Bottom Turn auf dem Surfskate lernen

Surfen Lernen / Surfskate-Training

Bottom Turn auf dem Surfskate lernen

Beginner 8 Min. Lesezeit

Key Takeaways

  • Der Surfskate Bottom Turn nutzt dieselbe Kompressions-Streckungs-Mechanik wie ein echter Bottom Turn auf der Welle
  • Leite jeden Turn mit den Augen und dem vorderen Arm ein — dein Unterkörper folgt der Rotation des Oberkörpers
  • Komprimiere tief in die Knie am tiefsten Punkt des Bogens und strecke dich, wenn du die „Wellenwand" wieder hinaufprojizierst
  • Halte 60–70 Prozent deines Gewichts auf dem vorderen Fuß, um durchgehend Drive und Speed zu halten
  • Trainiere 15–20 Minuten Surfskate Bottom Turns dreimal pro Woche, um messbare Verbesserungen im Wasser zu sehen

Der Bottom Turn ist das wichtigste Manöver im Surfen. Er ist nicht spektakulär und taucht selten in Highlight-Videos auf — aber jeder Cutback, jeder Snap, jeder Floater und jeder Barrel-Einstieg beginnt mit einem sauber ausgeführten Bottom Turn. Ohne ihn fährst du einfach geradeaus Richtung Strand. Mit ihm kannst du die gesamte Geschwindigkeit, die dir die Welle gibt, zurück nach oben zur Lip lenken — und in alles, was als Nächstes kommt.

Das Problem: Die meisten Surfer kommen pro Session nur auf eine Handvoll Bottom Turns — vielleicht 10 bis 20, wenn die Wellen gut sind. Das reicht nicht aus, um die tiefe Muskelgedächtnis-Verankerung aufzubauen, die diese Bewegung verlangt. Ein Surfskate ändert die Rechnung komplett. Auf einem Surfskate kannst du 50, 100 oder 200 Bottom Turns in einer einzigen Session auf jedem glatten Stück Asphalt trainieren. Das Bewegungsmuster kommt dem, was auf einer Welle passiert, erstaunlich nahe — deshalb empfehlen ISA-zertifizierte Surfcoaches bei Rapture Surfcamps Surfskate-Training als eine der effektivsten Methoden, um dein Surfen zwischen den Sessions zu verbessern.

In dieser Lektion zerlegen wir den Surfskate Bottom Turn in seine einzelnen Phasen, erklären die Körpermechanik, die sich direkt aufs Wasser übertragen lässt, und geben dir einen strukturierten Trainingsplan an die Hand.

Warum das Surfskate das Surfen so gut simuliert

Ein normales Skateboard hat starre Achsen, die auf einer einzigen Achse schwenken. Ein Surfskate besitzt vorne eine spezielle Achse — entweder mit Federmechanismus, Drucklager oder Schwenkarm — die es dem Deck erlaubt, zu kippen, zu neigen und in Bögen zu carven, die der Rail-zu-Rail-Bewegung eines Surfboards auf der Wellenwand sehr nahekommen.

Wenn du auf einem Surfskate in einen Turn komprimierst, reagiert das Board auf Knöcheldruck, Kniewinkel und Hüftrotation auf eine sehr ähnliche Weise wie ein Surfboard auf dem Wasser. Das Feedback ist nicht identisch — Asphalt ist härter und berechenbarer als eine Welle — aber die neuromuskulären Muster, die du auf dem Surfskate aufbaust, übertragen sich mit erstaunlicher Genauigkeit auf den Ozean.

Genau deshalb ist der Surfskate Bottom Turn nicht bloß eine spaßige Trockenübung. Es ist echtes Training.

Anatomie des Surfskate Bottom Turns

Bevor du losrollst, solltest du die Bewegung konzeptionell verstehen. Ein Bottom Turn ist ein kontrollierter Bogen, bei dem du die Richtung von „die Wellenwand hinunter" zu „die Wellenwand wieder hinauf" änderst. Auf dem Surfskate simulierst du das, indem du aus einer abwärts gerichteten Fahrtlinie in einen aufwärts gerichteten Bogen carvst.

Phase 1 — Die Anfahrt (Speed aufbauen)

Du brauchst Geschwindigkeit, bevor du turnen kannst. Auf dem Surfskate erzeugst du Speed durch Pumpen — rhythmisches Komprimieren und Strecken der Beine in Kombination mit sanften Carves. Auf einer Welle kommt der Speed aus dem Drop und aus der richtigen Positionierung auf der Wellenwand. Das Prinzip ist dasselbe: Du brauchst Vorwärtsdynamik, um dich in den Turn zu laden.

Such dir ein leichtes Gefälle oder nutze ebenen Boden und pumpe, bis du eine angenehme, kontrollierte Geschwindigkeit hast. Du musst nicht schnell fahren. Tatsächlich ist moderates Tempo zum Lernen besser, weil du mehr Zeit hast, jede Phase sauber auszuführen.

Phase 2 — Kompression (Den Turn laden)

Wenn du beginnst, in den Bottom Turn hineinzubogen, beuge deine Knie tief und senke deinen Schwerpunkt ab. Diese Kompression ist die gespannte Feder, die alles antreibt, was danach kommt. Dein Oberkörper senkt sich Richtung vorderes Knie. Dein Gewicht verlagert sich auf etwa 60 bis 70 Prozent über deinem vorderen Fuß. Dein hinteres Knie winkelt nach innen, in Richtung Turn.

Auf einer Welle passiert diese Kompression unten an der Wellenwand — im Tal, wo das flache Wasser auf die aufsteigende Wellenwand trifft. Auf dem Asphalt komprimierst du am tiefsten Punkt deines Bogens, bevor du nach oben umlenkst.

Der häufigste Fehler hier: zu aufrecht stehen. Wenn deine Beine gestreckt sind, hast du keine gespeicherte Energie und nichts, woraus du dich ausstrecken könntest. Stell dir vor, wie eine Spiralfeder funktioniert: Sie muss sich erst zusammendrücken, bevor sie sich lösen kann.

Phase 3 — Armführung und Blickrichtung

Das ist der Teil, den die meisten Anfänger falsch machen — auf dem Surfskate und im Wasser. Dein Turn beginnt mit deinen Augen und deinem vorderen Arm, nicht mit deinen Beinen oder deiner Hüfte.

Schau dorthin, wo du hinwillst. Wenn du einen Frontside Bottom Turn übst (also in Richtung der imaginären Wellenwand drehst), fixieren deine Augen einen Punkt oben und zu deiner Frontseite hin. Dein vorderer Arm streckt sich aus und schwingt in Richtung des Turns. Deine Schultern folgen deinem Arm. Deine Hüfte folgt deinen Schultern. Deine Knie und Knöchel folgen deiner Hüfte.

Diese kinetische Kette — Augen, Arm, Schultern, Hüfte, Knie, Knöchel — ist beim Surfen und beim Surfskaten identisch. Wenn du sie an Land meisterst, fühlt sie sich ganz natürlich an, sobald du eine echte Welle erwischst.

Phase 4 — Streckung und Projektion

Wenn du den tiefsten Punkt des Bogens durchfährst und beginnst, nach oben umzulenken, streckst du deine Beine. Drück dich aus der komprimierten Position nach oben, indem du durch deinen vorderen Fuß drückst. Diese Streckung projiziert deinen Körper und das Board zurück die imaginäre Wellenwand hinauf.

Das Timing der Streckung bestimmt die Power deines Turns. Streckst du zu früh, verlierst du den Bogen — das Board richtet sich gerade, bevor du die Umleitung abgeschlossen hast. Streckst du zu spät, bleibst du unten hängen. Der Sweet Spot ist der Moment, in dem sich deine Fahrtlinie von horizontal zu aufwärts verschiebt.

Auf dem Surfskate spürst du das als den Moment, in dem das Board beginnt, die Steigung wieder hochzuklettern, oder wenn dein gecarvter Bogen anfängt, vom tiefsten Punkt wegzuzeigen. Auf einer Welle ist es der Moment, in dem du spürst, wie das Board die Wellenwand greift und anfängt, Richtung Lip zu steigen.

Phase 5 — Follow-Through

Ein guter Bottom Turn endet nicht mit der Richtungsänderung. Er fließt in das, was als Nächstes kommt — einen Cutback, einen Top Turn, ein Trimmen entlang der Wellenwand. Lass auf deinem Surfskate den Bottom Turn in den nächsten Carve übergehen. Nicht anhalten und neu ansetzen. Das Ziel ist eine durchgehende, verbundene Bewegung — genau das, was Surfen verlangt.

Frontside vs. Backside Bottom Turn

Auf dem Surfskate kannst du beides trainieren.

Frontside

Du drehst in die Richtung, in die dein Oberkörper zeigt (Toeside-Rail auf dem Surfboard). Für Regular-Surfer heißt das: nach links drehen. Für Goofy-Surfer: nach rechts. Der Frontside Bottom Turn fühlt sich in der Regel natürlicher an, weil du genau sehen kannst, wohin du fährst.

Achte auf: Führe mit dem vorderen Arm Richtung Bogenscheitel, halte deine Brust offen und in den Turn gedreht, und komprimiere tief über dein vorderes Knie.

Backside

Du drehst in die Richtung, in die dein Rücken zeigt (Heelside-Rail). Das ist schwieriger, weil du über deine hintere Schulter schauen musst. Dein hinterer Arm wird jetzt zum führenden Arm, schwingt hinter dir nach und zieht deine Schultern und Hüfte mit herum.

Achte auf: Drehe zuerst Kopf und Augen, dann lass deinen Oberkörper folgen. Viele Surfer scheitern am Backside Bottom Turn, weil sie die Kopfrotation nicht konsequent einleiten. Auf dem Surfskate solltest du den Blick über deine Schulter bewusst übertreiben, bis es sich natürlich anfühlt.

Beide Arten von Bottom Turns sind entscheidend. Wellen brechen in beide Richtungen, und ein starker Bottom Turn auf beiden Seiten trennt Fortgeschrittene von erfahrenen Surfern.

Typische Fehler beim Surfskate Bottom Turn

Nur mit den Schultern drehen

Manche Fahrer rotieren ihren Oberkörper, lassen den Unterkörper aber passiv. Das Board dreht kaum. Behebe das, indem du zwar mit Augen und Arm einleitest, aber sicherstellst, dass Hüfte und Knie der Rotation vollständig folgen.

Gewicht auf dem hinteren Fuß

Sich im Turn nach hinten zu lehnen, killt den Speed und bringt die Front des Surfskates zum Abheben — du verlierst die Traktion. Halte dein Gewicht nach vorne verlagert. Drück durch den Ballen deines vorderen Fußes.

Zu aufrechte Haltung

Wenn du nicht komprimierst, lädst du auch nicht. Geh tiefer, als du glaubst, dass du musst. Dein hinteres Knie sollte am tiefsten Punkt der Kompression fast das Deck berühren — das ist die Voraussetzung für einen kraftvollen Bottom Turn.

Steife Arme

Steife, durchgestreckte Arme durchzuschwingen stört dein Gleichgewicht. Halte deine Arme locker und leicht gebeugt. Dein vorderer Arm führt, dein hinterer Arm balanciert aus. Stell dir vor, dass sie lenken — nicht herumfuchteln.

Zu hastige Ausführung

Speed im Turn ist gut. Hektik in der Technik nicht. Verlangsame am Anfang alles. Übe das Timing von Kompression und Streckung erst in Schritttempo, bevor du Speed draufgibst.

Strukturierter Trainingsplan für den Surfskate Bottom Turn

Hier ist eine 20-Minuten-Routine, die du drei- bis viermal pro Woche auf jeder glatten, ebenen bis leicht abfallenden Fläche machen kannst.

Aufwärmen (3 Minuten)

Lockeres Pumpen und sanfte Carves, um Speed aufzubauen und die Gelenke zu lockern. Achte auf deine Stance — Knie gebeugt, Hüfte tief, Blick nach vorne.

Frontside Bottom Turns (7 Minuten)

Pumpe auf moderate Geschwindigkeit, dann carve einen tiefen Frontside Bottom Turn. Konzentriere dich auf die komplette kinetische Kette: Augen führen, Arm schwingt, Schultern rotieren, Hüfte folgt, Knie treiben. Lass den Turn in einen Pump übergehen und wiederhole. Ziel: 30 bis 40 Turns in diesem Block.

Backside Bottom Turns (7 Minuten)

Gleiches Protokoll, andere Richtung. Achte besonders auf die Kopfdrehung über deine hintere Schulter. Backside Turns fühlen sich anfangs unbeholfen an — genau deshalb musst du sie trainieren.

Verbundene Turns (3 Minuten)

Wechsle kontinuierlich zwischen Frontside und Backside Bottom Turns, ohne anzuhalten. Das baut den Flow-Zustand auf, den echtes Surfen verlangt — wo ein Manöver nahtlos ins nächste übergeht.

Für mehr Surfskate-Trainingsideen schau dir unseren kompletten Surfskate-Übungsguide an.

Wie sich Surfskate Bottom Turns aufs Wasser übertragen

Surfer, die Bottom Turns regelmäßig auf dem Surfskate trainieren, berichten übereinstimmend von drei Verbesserungen, wenn sie zurück ins Wasser gehen:

  1. Bessere Kompression und Streckung. Die Auf-und-Ab-Pumpbewegung, die Turns antreibt, wird natürlicher und automatischer.
  2. Stärkere Armführung. Die Gewohnheit, mit dem vorderen Arm und den Augen zu führen — statt den Turn mit dem Unterkörper zu erzwingen — erzeugt geschmeidigere, kraftvollere Bögen.
  3. Mehr Selbstvertrauen. Wer die Bewegung hunderte Male an Land ausgeführt hat, verliert das Zögern, das oft den Bottom Turn im Wasser zunichtemacht.

Das Surfskate kann die Zeit im Ozean nicht ersetzen — das kann nichts — aber es komprimiert die Lernkurve für die Körpermechanik des Bottom Turns enorm. Zehn Wellen pro Session geben dir vielleicht 10 Bottom Turns. Zwanzig Minuten auf dem Surfskate geben dir 50 bis 100. Dieses Volumen an Wiederholungen baut motorische Muster auf, die dein Körper automatisch abrufen kann, wenn eine Welle dir die Gelegenheit gibt.

Kombiniere regelmäßige Surfskate-Sessions mit funktionellem Training für Surfer und Kraft- und Stabilitätstraining — und du wirst sehen, dass sich dein Surfen deutlich schneller entwickelt, als es reine Wasserzeit allein je könnte.

Wir sehen uns im Lineup.

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